Vom 27.03. bis 26.05.2026: Arbeiten aus meiner Serie „Die gefangene Nachtigall“ kombiniert mit weiteren Manipulografien in der Neuen Kirche Kleinmachnow, Zehlendorfer Damm 211, 14532 Kleinmachnow.
Die Eröffnung war am 29.03.2026.

“Mir fehlt die See”, Manipulografien
Das helle Meer ruft,
Sehnsucht nach fernen Ufern,
Einsamkeit vergeht.
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Longing for the sea,
light waves call from distant shores,
loneliness fades, free.
Ausgehend von dem Bild “Mir fehlt die See” verwebe ich Ansichten von Wasser und Land zu neuen Objekten: Horizonte, Übergänge, offene Räume. Doch sie bleiben nicht unberührt. Die Bilder werden zerschnitten und neu verflochten. Durch diesen Eingriff löst sich das ursprüngliche Motiv auf. Das Flechten verbindet die Fragmente zu einer neuen Bildstruktur. Landschaft wird zu einem Gewebe aus Linien und Rhythmen.
Die Manipulografie ist mein Prozess der kreativen künstlerischen analogen Manipulation eines Fotos. Das Wort „Manipulografie“ ist ein Neologismus, der „Manipulation“ und „Fotografie“ kombiniert.
In Zeiten digitaler Fotografie und virtueller Bilderstellung mit künstlicher Intelligenz ist das Manipulieren von Fotografien ein bewusst langsamer, materieller Prozess. Es entstehen keine reproduzierbaren Dateien, sondern einzelne Objekte, die der flüchtigen Bilderflut eine greifbare Form entgegensetzen.


Dazu zeige ich an der “kleinen Wand” Arbeiten aus
In meinem Fotolabor lag über Jahre ein Band mit japanischen Haiku, “Vollmond und Zikadenklänge”. Ich nutzte die Verse zur Inspiration für meine Fotografie, in der ich mich oft auf Natur und Jahreszeiten fokussiere. Haiku sollen in wenigen Worten Gedankenbilder schaffen. Diesen Ansatz nahm ich für die Serie auf.
Die Bilder wollen das Wesen der Dichtungsart aufgreifen und sich durch neue Interpretation klar von der klassischen Illustration absetzen. Inhalte der Haiku werden neu abgebildet, die Fotos löse ich vom Wortlaut. Dazu wird rote Tempera bewusst in aufbrechender Art verwendet.
