Nicht für China – Henrichshütte Hattingen

Die Henrichshütte ist ein ehemaliges Hüttenwerk in Hattingen, gegründet im Jahre 1854.

Die Henrichshütte hatte während ihres Bestehens mit zwei Problemen zu kämpfen: Zum einen war dies der begrenzte Raum, größere Erweiterungen des Werks waren nicht möglich. Zum anderen war dies die schlechte Verkehrsanbindung, dabei vor allem das Fehlen eines schiffbaren Gewässers, die Rohstoffe konnten nur auf dem Schienenweg nach Hattingen gelangen. Dem setzte die Henrichshütte die Herstellung von hochqualitativen Einzelstücken entgegen, was den Betrieb über viele Jahrzehnte rentabel hielt. Wegen der hohen Stahlqualität wählte der amerikanische Künstler Richard Serra die Henrichshütte zur Produktionsstätte zahlreicher Stahlplastiken.

Gegen erbitterten Widerstand der Arbeiter wurde beginnend im Jahre 1987 die Henrichshütte nach und nach stillgelegt. Der letzte Abstich fand am 18. Dezember 1987 statt. Der Hochofen II wurde nach China verkauft und 1990 demontiert. Alles, was für den Export nach China nicht geeignet war erhielt einen Aufkleber: “Nicht für China”. 2004 wurde der letzte aktive Teil der Henrichshütte geschlossen.

Das 60 m hohe Gebäude des Blasstahlwerkes, ein Wahrzeichen der Stadt Hattingen, wurde am 23. Januar 2005 gesprengt. 2007 wurde noch ein Schornstein auf dem Hüttengelände gesprengt. Heute ist das 70.000 m² große Gelände der Henrichshütte neben einigen neuen Gewerbeansiedlungen und neuen Parkflächen einer der acht Standorte des Industriemuseums des Landschaftsverband Westfalen-Lippe und Teil der „Route der Industriekultur“.

Die Fotos entstanden auf dem Gelände der Henrichshütte im Zeitraum 2004 bis 2006 und sind Teil einer größeren Arbeit aus analogen Schwarzweißaufnahmen und digitalen Farbfotos. Ein Teil der Arbeit war im Industriemuseum Teltow zu sehen, ein Teil mehrfach als Außeninstallation (laminiert), z. B. auf dem Gelände der Sternwarte Bergedorf bei Hamburg oder dem Südwestfriedhof Stahnsdorf.